Genesis


Ich bin sehr froh zu sehen, dass eines meiner Ziele für 2015 sich erfüllt hat und ich eines der heiß ersehnten Wünsche meines 15-jährigen selbst erfüllen konnte. Was mich am meisten freut, ist, dass es dieses Mal nicht nur ein Urlaub ins Warme oder ins Unbekannte war; dieser Urlaub ist eine Zeitreise in meine eigene Vergangenheit gewesen.
Der Abreisetag begann früh, noch vor dem Morgengrauen, aber nicht mal die Müdigkeit konnte meine Vorfreude und meine gute Laune dämpfen. Das einzige, was mir schwer im Magen lag, war die Aussicht auf den bevorstehenden 15-Stunden-Flug und den Höhendruck, der mir ab und an zu schaffen macht. Aber an diesem Samstagmorgen, am Fensterplatz des Fliegers sitzend, war ich bereit für die neuen Erfahrungen, die mich erwarten sollten. Der Hamburger Flughafen verabschiedete sich mit Nieselregen und Kälte von mir und meinen Mitreisenden - unter Ihnen meine Mutter und meinen beiden älteren Schwestern. Nichtsdestotrotz blieb ich frohen Mutes und wurde belohnt. In N'Djili, dem Flughafen der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, empfing uns eine große Zahl von Verwandten bei unserer Ankunft mit Jubelschreien, Umarmungen und einer Freude, die der unseren in nichts nachstand.

Avenue Roi-Baudouin, Kinshasa-Gombe.
 Während der Ausflüge der nächsten Tage habe ich viel von Kinshasas gesehen, und es hat alles eine ganz andere Dimension als hier in Deutschland. Zuerst haben wir das Viertel Gombe besichtigt. Und ich war etwas ernüchtert. Man sagt von Kinshasa, dass dort alles lebt und die Stadt förmlich pulsiert. In Gombe angekommen, fand ich verhältnismäßig wenig Menschen auf der Straße und auch das Chaos und der Lärm, für den Kinshasa so bekannt ist, schienen hier zu fehlen. Dennoch hat mich der Kongo mit einer wunderbaren Aussicht willkommen geheißen. Palmengesäumte Straßen, wunderbares Wetter, strahlend blauer Himmel - die Straßen der Botschaftshäuser sahen stellenweise aus wie aus dem Bilderbuch.

 Aber die Leute sollten recht behalten; sobald wir, flankiert von unseren Verwandten andere Viertel betreten haben, ist uns Kinshasa in einem anderen Licht präsentiert worden: volle Straßen, Straßenverkäufer an jeder Ecke, ein spezieller Geruch zusammengesetzt aus den verschiedensten Nahrungsmitteln, den Autoabgasen und den Ausdünstungen der Kanalisation, von überallher Gespräche, Geschrei und Gelächter. Das war es. Das war das Kinshasa das ich wollte und das ich kennen und lieben gelernt habe. Man hat der Stadt seine 10 Millionen Anwohner angesehen. Mit dieser großen Einwohnerzahl kommt es leider auch zu mehr Armut und zu viel Arbeitslosigkeit, aber was habe ich trotz all dieser Bedingungen für eine Freude und Vitalität gesehen und gespürt! Eine Erfahrung, die mich so unglaublich berührt und inspiriert hat. An der Stadt konnte ich mich gar nicht sattsehen. Sowohl an den städtischen Vierteln als auch an den ländlichen Gegenden habe ich gefallen gefunden. Am Ufer des Kongo, mit der Republik Kongo im Hintergrund hat Kinshasa definitiv auch seine pittoresken Seiten offenbart.
Am Ufer des Kongo
Es war auch großartig, zu sehen, was für eine Vielzahl von Tieren im Kongo zu Hause ist und wie viele man davon entdecken. Was haben wir nicht alles gesehen! Eidechsen und Vögel verschiedenster Formen und Farben, Affen, sogar ein Krokodil haben wir gesehen, auch wenn das eine weniger schöne Begegnung für uns war.
Der Abschied war unendlich schwer. Es war nicht nur der Abschied dieser Stadt, in der ich mich sofort wohl gefühlt und in der ich sofort angenommen wurde, mit der ich ein wenig verschmolzen bin; es war auch der Abschied von meinen Verwandten, von der Liebe und der Wärme, mit der sie mich umgeben haben, von deren Stimmen und vom Lachen meiner Lieben. Diese Reise war eine Reise zu mir selbst. Ich habe diese Stadt, ihre Leute und ihre Art gesehen, und ich habe mich in ihr gesehen. Ich habe mich in meinen Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen gesehen. In dieser Stadt, wo die Geschichte meiner Familie und meiner selbst begonnen hat, habe ich mich auf eine neue Art selbst entdeckt. Nichts hat mich so geschmerzt wie diesen neugewonnenen Teil meiner selbst wieder zu verlassen. Aber das ist okay. Ich zehre von dem Kinshasa, das in meiner Erinnerung und in meinem Herzen geblieben. Bis zum nächsten Mal, Kinshasa, du fehlst mir bereits.

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